Wer hat Angst vorm Killergemüse?

Mirdoch WurstLebenmittelskandale tauchen mit verlässlicher Regelmäßigkeit auf, aber beim EHEC-Erreger fällt die Reaktion der Konsumenten überraschend heftig aus, wie ein Blick auf die kurzfristigen Umsatzeinbußen zeigt:

  • Rinderwahn: 25 Prozent *
  • Vogelgrippe: 15 Prozent *
  • Dioxin: 20 Prozent *
  • EHEC: bis zu 75 Prozent *

Diese Diskrepanz lässt sich nicht einfach mit der Zahl der Erkrankungen (etwa 2000) und Todesfälle (derzeit 22) erklären. Gemüse hat bei Negativschlagzeilen zwei wesentliche Nachteile gegenüber dem Fleisch: Erstens ist beim Fleisch die Entfremdung zwischen Quelle (z.B. Schwein) und Produkt (z.B. Schnitzerl) viel weiter fortgeschritten – ein EHEC-verseuchter Salat ist weitaus weniger abstrakt. Zweitens hat sich Gemüse vom Grundnahrungsmittel zur ernährungstechnischen Kür entwickelt, während Fleisch den umgekehrten Weg gegangen und somit für die „Fleisch ist mein Gemüse“-Machos unverzichtbar ist.

Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass EHEC dieser „Iss Mirdoch Wurscht“-Fraktion durchaus gelegen kommt: Endlich ein Grund, um Gemüse – selbst das vermeintlich unantastbare weil hochqualitative Bio-Gemüse – kategorisch abzulehnen! Man kann sich sicher sein, dass die Todesgurke noch jahrelang als Totschlagargument für ungesunden Fleischkonsum herhalten muss.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter LichtSonden abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s