Wenn Wände von Glaubenskriegen erzählen

Feministische Graffiti
HLI vs. Feministen

Ein Haus, drei Frauen, drei Abtreibungsfälle aus drei Jahrzehnten: Wenn Wände reden könnten, würden sie von Engelmachern und militanten „Lebensschützern“ erzählen, schildert der Film „If These Walls Could Talk“. Allerdings erzählen Wände auch in der Wirklichkeit – mitunter von Glaubenskriegen mitten in der Wiener Sperlgasse.

Ich hab mich immer gewundert, warum eine ungewöhnlich hohe Dichte an feministischen Graffiti („Abtreibung ist Frauenrecht“, „Ob Kinder oder keine, bestimmen wir alleine“) die Häuser der Großen Sperlgasse ziert – ein zufälliger Blick auf eine Türklingel hat des Rätsels Lösung offenbart: HLI stand da, was für „Human Life International“ steht – die militanten Fundis unter den Abtreibungsgegnern.

Ein bissl Recherche hat die haarsträubende Geschichte der privaten Abtreibungsklinik Lucina (der Name stammt unpassenderweise von der römischen Göttin der Geburt) ans Licht gebracht: Die Klinik musste nach jahrelangem Psychoterror durch HLI zusperren. Die Abtreibungsgegner haben die Wohnung aufgekauft, das Telefon angezapft und die Klientinnen belästigt. Und das Ganze nicht irgendwann in den 1980ern, sondern 2004.

Nur falls wer glauben sollte, die Anliegen des Weltfrauentags seien nach 100 Jahren eh schon erfüllt.

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