KHG: Supernackt statt supersauber

KHG in "Supernackt"

KHG in "Supernackt"

Es wär so lustig, wenn’s nicht so traurig wär: Die abgehörten Telefongespräche zwischen Walter Meischberger, Ernst Plech und Karl-Heinz „Unschuldsvermutung“ Grasser lassen jede politische Satire blass aussehen – folgerichtig haben die Kabarettisten Scheuba, Palfrader und Maurer am Abend im Audimax der Universität Wien auf eigene Ideen verzichtet und einfach die Protokolle in ungekürzter Fassung vorgelesen. Knapp 5000 Leute haben sich auf Facebook für die Veranstaltung „Supernackt“ angemeldet – nachdem der Hörsaal aber nur 800 Sitzplätze hat, musste der Großteil enttäuscht abziehen und wird sein Glück wohl beim zweiten Termin am 31. Jänner versuchen.

Den drei Kabarettisten sei dieser Erfolg vergönnt – allein es bleibt die Frage, wie es um die Zukunft der Satire bestellt ist, wenn sie sofort von der Wirklichkeit rechts überholt wird. „Profil“-Kolumnist Rainer Nikowitz zum Beispiel kann eigentlich gleich seinen Krempel zsampacken – so was wie „Wo war meine Leistung?“ (© Meischberger) hätt er sich nie getraut zu schreiben.

Liebe Berufshumoristen, macht es euch leicht: Nichts kann lustiger sein als die Abhörprotokolle, alkoholgetränkten Presseaussendungen und parlamentarischen Lachanfälle, die uns die Wirklichkeit beschert!

Nachtrag vom 21. Jänner 2011:

Mittlerweile gibt es auf der Homepage des „Falters“ Videoausschnitte von der Vorlesung zu sehen – für alle, die es nicht ins Audimax geschafft haben.

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