Biedermeier-Subkultur

Jetzt ist schon wieder was passiert*. Diesmal auf der Salztorbrücke über dem Wiener Donaukanal:

Strickgraffiti auf der Salztorbrücke
Strickgraffiti auf der Salztorbrücke

In einer Nacht- und Nebelaktion hat jemand das Brückengeländer in wärmende Strickschläuche gehüllt – rechtzeitig für die kalte Jahreszeit und just an dem Tag, als im Einserkastl des „Standards“ eine neue Biedermeierzeit heraufbeschworen wird, weil Gruppenstricken als neuer Trend gilt. Blöd, dass die Realität die Satire rechts überholt, wenn schon die Graffiti-Subkultur das biedere Stricken als Kommunikationsform akzeptiert.

 

Update vom 12. November: Mittlerweile ist mir ein Bekennerschreiben in die Hände gekommen: Die Verantwortlichen für dieses Biedermeier-Graffiti sind die „Strickistinnen“, die mit ihrer Aktion „Brücken schlagen“ wollen. Die tummeln sich offenbar schon seit Mai 2010 in Wien herum … Mehr Fotos …

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter CityLight, StreifLicht abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten zu Biedermeier-Subkultur

  1. Strickistinnen schreibt:

    Dieser jemand waren wir, die Strickistinnen! Und wir sind sowas von nicht Biedermeier-Subkultur. Ganz im Gegenteil, wir stricken (unter anderem) gegen die Verortung von textilen Techniken im Privaten an. Wir verbinden stricken und politischen Diskurs und lassen das alles im öffentliche Raum stattfinden. Stricken wird übrigens nicht als Kommunikationsform der Graffiti Subkultur AKZEPTIERT, sondern wir (und zahlreiche andere Gruppen und EinzelkünstlerInnen) verstehen es als eigenständige Kommunikationsform, die Kunst im öffentlichen Raum prägt.
    Mehr zu uns und unseren bisherigen Projekten gibt es auf http://strickistinnen.blogspot.com/

  2. Strickistinnen schreibt:

    Dieser jemand sind wir, die Strickistinnen. Stricken wird übrigens nicht von der Grafitti Subkultur AKZEPTIERT, sondern wir, und viele anderen Gruppen und EinzelkünstlerInnen verstehen es als eigentstände Kommunikationsform, die die Kunst im öffentlichen Raum mitprägt.
    Wir verstehen nicht, was daran bieder oder Biedermeier sein soll.
    Mehr zu uns und unseren Projekten gibt es unter: http://strickistinnen.blogspot.com

    • B.Licht schreibt:

      Liebe Strickistinnen!

      Danke für eure Antwort (die im Spamfilter hängen geblieben ist und nun doppelt präsent ist)! Ich finde eure Kunst keineswegs bieder, sondern gerade wegen der Kombination aus Stricken (das für mich noch immer den Beigeschmack hat von Handarbeiten in der Volksschule) und Streetart spannend. Das Etikett „Biedermeier“ habe ich von Renate Graber vom „Standard“ übernommen – ein Zufall, dass ich an einem Tag gleich zweimal über das Thema Stricken gestolpert bin.

      LG und viel Spaß bei weiteren Strickaktionen!

      B. Licht

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s