Tits and Ass and Hirter Bier

Hirter Bier - sexistische Werbung

Hirter Bier - sexistische Werbung

Den Werbefuzzis von Hirter Bier ist ihr Gebräu offensichtlich ins Hirn gestiegen. Nur so kann man sich die aktuelle Werbelinie der Kärntner Brauerei erklären: Drei barbusige Damen preisen die drei Biersorten des Hauses an. Werbebotschaft? Egal, Hauptsache Aufmerksamkeit.

Als wäre die Plakatserie nicht schon schlimm genug, schießen sie auch noch einen grottigen Werbespot mit dem Macho-Spruch „Hart. Härter. Hirter“ nach:

Grusel – vor allem die Tonspur. Schon vor Jahren hat eine amerikanische Brauerei die große Erkenntnis gehabt:

Nothing sells beer like Tits and Ass.

Nur haben die Typen von Hirter die Ironie dieses Films wohl nicht ganz mitgekriegt.

Sexistische Werbung

Sexistische Werbung

Nun hat sogar die Wiener Frauenstadträtin Sandra Frauenberger dazu aufgerufen, gegen die sexistische Werbung zu protestieren und zwei Musterbriefe ins Netz gestellt. „Das dadurch vermittelte Frauenbild hat verheerende Auswirkungen auf die gesamte Gesellschaft und verletzt mich in meiner persönlichen Würde“, heißt es darin. Stimmt. Durch solche Werbung fühle ich mich als biertrinkender Mann diskriminiert und auf das Klischee eines sabbernden Machos reduziert.

Nachtrag: Hirter hat nach den Protesten eine Stellungnahme abgegeben: Man wollte „mit natürlichen Frauen die vielfältigen Biersorten (Fasstypen) unserer Traditionsbrauerei“ abbilden. „Dass die Damen am Plakat nackt sind, jedoch niemals freizügig oder sexistisch dargestellt werden, liegt an unserem Anspruch, jene Ursprünglichkeit und Reinheit zu symbolisieren, die der Bierbraukunst aus dem Hause Hirter zugrunde liegt.“ Hirter sei kein „reines Männergetränk„, sondern auch für Frauen, „die Geschmack, Charakter und Exklusivität schätzen„.

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13 Antworten zu Tits and Ass and Hirter Bier

  1. Pingback: Sexismus in der Aufmerksamkeitsökonomie | michaelschmid.at

  2. Arne schreibt:

    Ich finde, der Rummel ist total übertrieben! Vor 30 Jahren hätte sich niemand über so eine Werbung echauffiert. Die ganze Panik ist doch fürn Arsch! Ich jedenfalls finde die Werbung gut! Was bitte ist daran sexistisch, einen nackten schönen Frauenkörper zu zeigen?? Das ist doch absoluter hohler Schwachsinn, daß man damit automatisch die Frau auf Ihren Körper degradiert! Das ist das, was irgendwelche Spinner bei soetwas hineininterpretieren! Schließlich hat die jeweils abgelichtete Frau zugestimmt, sich nackt zu zeigen, daß sollten dann auch alle respektieren! Es ist IHRE Entscheidung gewesen! Das heißt noch lange nicht, daß sie und andere NICHT ABGELICHTETE Fraune degradiert werden, was auch nicht diese Werbemacherzweck hierbei ist! Ich sage nur eines: Schaltet mal eure verweste Denkmurmel ein, bevor ihr immer irgendwas in irgendetwas hineininterpretiert!

  3. Arne schreibt:

    …das war meine mail an die Frau Frauenstadträtin… 😉

  4. sauremilch schreibt:

    Was für eine sch… Werbung! Bis jetzt fand ich Hirter ja immer ziemlich gut, besonders weil sie ein Bio-Bier haben. Aber diese Werbung ist meiner Meinung nach eine Milchmädchenrechung!

  5. Pingback: - Unglaublich schlecht.

  6. trendcoach schreibt:

    Die „Ich-fühle-mich-sooooo-diskriminiert“-Feministen und Kampfemanzen brauchen eben laufend neue Themen, sich über nichts aufregen ist auf Dauer langweilig. Dass sie damir Hirter einen großen Gefallen tun merken sie gar nicht…

  7. Ghostdog schreibt:

    Eine Schande für die Werbebranche und die Agentur die so etwas Peinliches im Jahr 2010 vorschlägt, eine Schande für Kärnten und eines der wenigen renomierten und bis lang noch nicht skandalgebäutelten Unternehmen. Auch so kann man Markenwert vernichten.

  8. Raphaela schreibt:

    Hier ist die Entscheidung des Ö. Werberates zu dieser Kampagne: http://www.watchgroup-sexismus.at/cms/?p=578

    • B.Licht schreibt:

      Bemerkenswert finde ich die Passage, dass nur eine „Sensibilisierung“ empfohlen wird, obwohl sich „ein erheblicher Anteil der Werberäte für einen Stopp der Kampagne bzw. sofortiger Sujetwechsel ausgesprochen hat“.

      • Raphaela schreibt:

        „Erheblicher Anteil der Werberäte “ ist ein dehnbarer Begriff, der den tatsächlichen Stimmenanteil nicht offenbart. Laut den Statuten des Werberates werden Beurteilungen mit einfacher Stimmenmehrheit getroffen. http://www.werberat.at/layout/uploads/STATUTEN_aktuell.pdf

        Kürzliche wurde der Werberat wieder für Selbstregulierung ausgezeichnet – inklusive „verantwortungsvolle“ Werbung für Bier. http://www.werberat.at/news_87.aspx Mich wunderts daher nicht, dass es bei diesen Sensibilisierungs – Empfehlung bleibt. Solange die bisherigen Reaktionen bereits zu Auszeichnungen führen und sichtlich zufrieden stellen, gibt es wohl keinen Anlass, diese zu verschärfen.

  9. Jenny Kraus schreibt:

    Ich hätte die Plakatwerbung von „Hirter Bier“ kaum perzipiert, wäre ich nicht durch die total überzogenen hysterischen Reaktionen meiner übersensiblen Geschlechtsgenossinen darauf aufmerksam gemacht worden.
    Retrospektiv kann ich nur sagen: eine eher flaue Werbung, die zur coolsten und besten des letzten Jahrzehnts „gemacht“ wurde. Nur so weiter meine lieben Damen, wenn Ihr zum öffentlichen Gespött werden wollt- aber ohne mich!

  10. sterliese schreibt:

    gratuliere jenny zu ihrem brillanten kommentar. wir frauen wollen auch frau sein und dazu gehört weiblicher sex. auch damit wollen mir männern imponieren und vergönnen ihnen das beste bier aller zeiten. die hirter werbung als sexismus zu diffamieren ist pure sexistische unkultur und eher eine beleidigende herabwürdigung denn eine bereicherung unseres frauseins, wie es unseren ethologischen wurzeln entspricht

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