Comics, Kondome und kollektives Knutschen

Global Village - Free Hugs

Global Village – Free Hugs

Die Welt hat einen schweren Stand hierzulande: 1982 haben 1,3 Millionen Österreicher das Volksbegehren gegen die UNO-City unterschrieben, 1991 haben die Wiener in einer Volksbefragung gegen eine Weltausstellung gestimmt. Gut, dass niemand wegen der 18. Internationalen Aids-Konferenz gefragt hat. Ihre Abneigung gegenüber der Welt da draußen zeigen die Österreicher nun durch ihre Abwesenheit im Global Village, dem öffentlich zugänglichen Teil der Aidskonferenz im Wiener Messezentrum. Selber schuld. So verpassen sie den ganzen Spaß, den nun nur die Gäste haben.

Zum Beispiel die Free Hugger, die selbst bei 35 Grad in der knalleheißen Sonne Körperkontakt nicht scheuen. Die Comic-Superhelden „Methadone Man und Buprenorphine Babe“, die auf die Vorzüge der Heroin-Substitution hinweisen (ja, ich weiß, meine Vorhersage über die Zukunft des Comics ist wieder nicht eingetreten … aber ich gebe die Hoffnung auf Captain ÖAAB und Pensionsvorsorge Man nicht auf). Tausende gratis Kondome und Femidome (so heißen die Plastikstrümpfe, die sich Frauen in die Vagina einführen können). Oder die Massenknutscherei im Belvedere, bei der literweise Körperflüssigkeiten ausgetauscht werden.

Doch im Global Village haben sich vor allem die internationalen Gäste der Konferenz herumgetummelt, ausgetobt und ausgetauscht – also Leute, die sich ohnedies schon mit dem Thema Aids beschäftigen. Die Abwesenheit der Normalos ist auch der schlechten Öffentlichkeitsarbeit der Aids-Konferenz zuzuschreiben – im Vorfeld und auch während des Events hat es kaum Hinweise auf die Existenz des Global Village gegeben. Wieder eine verpasste Chance für mehr Internationalität in Wien.

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5 Antworten zu Comics, Kondome und kollektives Knutschen

  1. alivenkickn schreibt:

    Hallo B.Licht

    Ich habe den Beitrag mal auf FB eingestellt.

    Dieser Satz
    „Die Abwesenheit der Normalos . . . . . . “
    habe ich auch von Teilnehmern gehört.

    LG

  2. Enzo schreibt:

    War auch da, hatte leider nur Zeit für einen Besuch 😦 -aber zumindest ist sich dann noch der human right march ausgegangen 🙂

    • B.Licht schreibt:

      Den hab ich leider verpasst – ich hab gehört, dass der für Minister Stöger ziemlich peinlich gewesen sein muss, inklusive Pfiffen und Buh-Rufen …

  3. 2010sdafrika schreibt:

    Die AIDS-Debatte ist eine traurige Angelegenheit, welche trotz Aufklärung nach wie vor ihre Verbreitung findet. Speziell zu Südafrika kann ich sagen, dass viele der dortigen Bürger den sog. Sangomas, also traditionellen Medizinmännern, glauben schenken. Leider befinden sich innerhalb dieser Heiler auch schwarze Schafe, die ihrem Patienten zur HIV-Heilung die Vergewaltigung einer Jungfrau empfehlen! Ich will zum Ausdruck bringen, dass HIV nicht nur durch Unwissenheit der Beteiligten weitergegeben wird, sondern durch bewusste Fehlinformation Dritter. Diese gesellschaftlichen Konfliktlinien sind soweit ich weiß während der AIDS-Konferenz unzureichend behandelt worden.

    Anbei empfehle ich folgenden Artikel:
    http://2010sdafrika.wordpress.com/2010/02/25/medizinmanner-und-aberglaube-in-sudafrika/

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