Kurze Nacht der Kirchen

Ruprechtskirche

Ruprechtskirche

Dem Programm ist es zu verdanken, dass die Lange Nacht der Kirchen für mich kurz ausgefallen ist: Laser-Show im Stephansdom (zumindest waren die Touristen so abgelenkt, dass die Mozart-Keiler keine Chance auf Beute hatten), verwackelte Taizé-Gesänge in der ansonsten angenehm stillen Ruprechtskirche (zumindest sendet die überdimensionale Red Ribbon am Glockenturm ein ermutigendes Signal) und eine misslungene Diskussion über Missbrauch und Kirche in der Franziskanerkirche (zumindest ein Diskutant, der evangelische Pfarrer Jürgen Öllinger, rüttelte das Publikum auf, indem er erzählt hat, wie er im Stift Kremsmünster zum Opfer sexuellen Missbrauchs geworden ist – die restlichen Diskussionsteilnehmer reagierten mit fachlichem und wissenschaftlichem Gestammel).

Mehr war’s nicht. Schade, vor allem um die Diskussion.

Nachtrag. Es waren vor allem drei Dinge, die mich an der Diskussion gestört haben:

  1. die Selbstinszenierung der Psychotherapeutin Rotraud Perner, die mehr über ihr neues Buch „Kirche – Opfer – Täter“ gesprochen hat als über das Thema Missbrauch selbst.
  2. die Aussage von Johannes Jung, dem Abt des Wiener Schottenstifts, der meinte, die Missbrauchsfälle seien nur im Verborgenen passiert, die Kirche hätte daher nichts machen können – als hätte es nie Vertuschung in der Kirche gegeben.
  3. das Argument des „Presse“-Redakteurs Dietmar Neuwirth, der sagte, man dürfe nicht mit dem Finger auf die Kirche zeigen, weil Geistliche nur für 0,3 Prozent der Missbrauchsfälle verantwortlich seien – ohne zu erwähnen, dass Geistliche nur 0,05 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen und somit sechsmal häufiger Täter sind als der Durchschnittsösterreicher.
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3 Antworten zu Kurze Nacht der Kirchen

  1. Claus schreibt:

    Also ich kann deinen abwertenden Bietrag über das wundervolle Taizégebet nicht nachvollziehen. Mir geben diese einfachen und doch so tiefgehenden Gebete immer sehr viel. Mehr als alles oberflächliche und wichtigtuerische Gerede das es sonst überall gibt.

    • belicht schreibt:

      Missverständnis: War keine Kritik an Taizé, den Gesängen und den Jugendtreffen dort, sondern am Chor.

      • Dietlinde Alphart-Toubia schreibt:

        Überall nur kritisieren ist leicht. Ich weiß nicht, wann Du dort warst, aber auch wenn Du keine perfekten Gesänge erlebt hast, es handelt sich um ein Gebet und nicht um ein Konzert! Nicht jeder ist ein Profi. Als ich dort war, war es einfach wunderschön, ich war fast 2 Stunden dort.

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