Bibel, Blut und Weltuntergang

Königreichssaal der Zeugen Jehovas

Königreichssaal der Zeugen Jehovas

Donnerstagabend im Erdgeschoss eines Wohnhauses am Wiener Donaukanal: Menschen in Sonntagskleidung und mit einer Bibel unter dem Arm versammeln sich in einem Seminarraum, und nur ein Bibelzitat („Die Liebe erduldet alles“) hinter dem niedrigen Podest deutet darauf hin, dass es sich um einen geweihten Raum handelt. Willkommen in einem Königreichssaal der Zeugen Jehovas.

Seit nunmehr einem Jahr sind die Zeugen Jehovas in Österreich als Religion anerkannt, und alles, was ich mit ihnen verbunden habe, waren die Wachtturm-Verteiler in den U-Bahnstationen und die vormittäglichen Klingelattacken an der Wohnungstür. Zeit für einen Undercover-Einsatz im Herzen der Organisation!

Schwierig machen es einem die Zeugen Jehovas nicht: Die Tür steht offen, mehrere Männer schütteln mir die Hand und heißen mich willkommen, ein älterer Herr bietet sich gleich an, mich durch das Gebäude zu führen und mir die Organisation zu erklären. Keine Spur von Geheimniskrämerei oder sektenmäßiger Abschottung. Auch meine Teilnahme an der Versammlung im Königreichssaal ist kein Problem.

Im Saal selbst erwartet mich kein Gottesdienst oder eine sonstige rituelle Handlung, sondern ein Vortrag zum Thema Demut vor einer Ansammlung von Strebern: Sobald der Vortragende eine Frage stellt oder zum Vorlesen einer Bibelstelle auffordert, schnellen die Hände in die Höhe. Dafür werden die Freiwilligen anschließend vom Versammlungsleiter mit verbalen Streicheleinheiten belohnt, besonders dann, wenn sie wiederholen, was der Vortragende gerade vorgelesen hat.

Auffällig ist, dass die Zeugen Jehovas in ihrer Argumentation völlig an der Bibel (und ihrer Neue-Welt-Übersetzung davon) hängen: Ob es um den richtigen Lebensweg, die Ablehnung von Bluttransfusionen oder um die Ausgrenzung von ehemaligen Mitgliedern geht – immer haben sie die passenden Bibelverse parat. Die Textstellen werden dabei wörtlich interpretiert, eine historisch-kritische Lesart der Bibel existiert nicht, für sie ist das Buch „von Gott inspiriert und deshalb genau und zuverlässig“.

Das gilt auch für den Glauben, in den „letzten Tagen“ vor dem Weltuntergang zu leben: Seit 1914 hat Jesus im Himmel seine Herrschaft angetreten und die gefallenen Engel zwischenzeitlich auf die Erde verbannt. Naturkatastrophen, Kriege, Krankheiten und Hungersnöte (die Vier Apokalyptischen Reiter) werden als Zeichen des nahen „Abschlusses des Systems der Dinge“ gesehen – als hätte es in der Menschheitsgeschichte vor 1914 keine Unglücksfälle und Konflikte gegeben. Alle Menschen (außer die Zeugen Jehovas natürlich) werden als „eigenliebig, brutal und ohne Selbstberherrschung“ dargestellt.

Mir gruselt, wenn ich an die Welt denke, wie sie die Zeugen Jehovas sehen – als einen dunklen, sündhaften und dem Untergang geweihten Ort. Nach fast zwei Stunden ist der Vortrag zu Ende, ich bekomme eine Broschüre („Was lehrt die Bibel wirklich?“) und eine Handynummer in die Hand gedrückt, die ich wählen kann, wenn ich ein persönliches Gespräch wünsche. Ich bedanke und verabschiede mich, trete in die wärmende Abendsonne am Donaukanal, die Welt lächelt mich an. Ich zwinkere der Sonne zu, pfeife ein Lied und schlendere gemütlich nach Hause. Meine Welt gefällt mir besser.

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11 Antworten zu Bibel, Blut und Weltuntergang

  1. Düppenbecker Hermann schreibt:

    Bibel, Blut und Weltuntergang. Der Name des Verfassers ist mir nicht bekannt.
    Jedensfalls ist der vorgenannte Bericht nur dem Ablauf nach richtig. Die bewusst ins falsche Licht gestellten Anmerkungen dienen nur dem persönlichen Nutzen des Autors. Vielleicht will er sich in seinem Umfeld als über Alles Erhabener wichtig tun.
    Nirgendwo stimmt etwas von dem Weltuntergang. Dies kann ich als neutraler Beobachter deutlich feststellen. Warum haben nur viele Menschen, wie auch in diesem Fall, Spass und Genugtuung daran, Tatsachen ins falsche Licht zu stellen und das was für andere Mitmenschen heilig und Bedeutsam ist, bewusst ins negative Licht zu stellen? Vielleicht Feigheit und Unehrlichkeit vor sich selbst?

    • B.Licht schreibt:

      Geschätzter Herr Düppenbecker,

      meine Absicht ist keineswegs, die Zeugen Jehovas in ein negatives Licht zu stellen, sonst hätte ich die Gastfreundschaft der Gemeinde verschwiegen. Zu Ihrer Kritik, ich würde den Glauben der Zeugen Jehovas an den nahen Weltuntergang erfinden, kann ich nur auf die offizielle Seite der Watchtower-Organisation verweisen – lesen Sie selbst nach, wenn Sie mir nicht glauben.

      Den Rest ihres Kommentars betrachte ich als gegenstandslos.

      Mit freundlichen Grüßen,

      B.Licht

  2. Düppenbecker Hermann schreibt:

    Sehr geehrte Frau oder Herr Licht. Habe Ihnen ein Pro in der Belichtung oder Erleuchtung gegeben. Warum? Vielleicht deshalb, weil ich erkenne, dass Sie vielleicht gar nicht so negativ sind, wie zunächst angenommen. Ich habe mir den von Ihnen erwähnten Text im Internet angesehen. Das, was Sie glauben gelesen zu haben, kann ich beim besten Willen nicht erkennen. Vom Weltuntergang ist mit Sicherheit nicht die Rede. Der Glaube besteht vielmehr an eine bessere Zukunft auf dieser Erde und zwar in Nächstenliebe, Liebe überhaupt, Friedsamkeit, Barmherzigkeit und der Hoffnung, dass es bald so werde, wie das Paradies, welches seit immer beschrieben wurde.
    Alle Menschen haben die Chance diese Welt zu erleben, wenn sie nur die Grundsätze des rücksichtsvollen, neidlosen und friedlichen Lebens leben würden.
    Wenn Sie die erschreckenden täglichen Medienmeldungen lesen, denke ich, dass auch Sie sich das wünschen. Jeder von uns, ob gläubig oder nicht, wird sich das im tiefsten Herzen sicher herbei sehnen.
    Finanz- und Wirtschaftswissenschaftler werden Ihnen bestätigen, dass viele Milliarden Menschen auf diesem Globus leben könnten (Zitat von Jean Ziegler aus Thun in der Schweiz), wenn nur Habgier, Boshaftigkeit, Raubbau, Mord und andere Kriminalität aufhören würden.
    Wünsche Ihnen Einsicht und weiterhin ein vergnügtes Leben.
    Mit freundlichen Grüssen
    H. Düppenbecker

  3. Düppenbecker Hermann schreibt:

    Bibel, Blut und Weltuntergang
    Posted on 7. Mai 2010 by B.Licht

    Text in Schrägschrift als Kommentar.
    Donnerstagabend im Erdgeschoss eines Wohnhauses am Wiener Donaukanal: Menschen in Sonntagskleidung und mit einer Bibel unter dem Arm versammeln sich in einem Seminarraum, und nur ein Bibelzitat („Die Liebe erduldet alles“; „Die Liebe versagt nie“; Korinther 13:7,8) hinter dem niedrigen Podest deutet darauf hin, dass es sich um einen geweihten Raum (?)handelt. Willkommen in einem Königreichssaal der Zeugen Jehovas.
    Seit nunmehr einem Jahr sind die Zeugen Jehovas in Österreich als Religion anerkannt, und alles, was ich mit ihnen verbunden habe, waren die Wachtturm-Verteiler in den U-Bahnstationen und die vormittäglichen Klingelattacken an der Wohnungstür. Zeit für einen Undercover-Einsatz im Herzen der Organisation!
    So, wie Sie es schildern, kann ich es nicht glauben. Unter einer Attacke verstehe ich einen Reiterangriff.
    Weder an meinem Wohnort, noch an meiner Büroadresse waren seit Jahren jemals Zeugen Jehovas.
    Noch nie habe ich davon gehört, dass Sie angeritten kommen und durch eine Attacke anderen Menschen
    das Wort Gottes verkünden. Von vielen Mitmenschen weiß ich, dass die Zeugen Jehovas im Predigtdienst
    (welches übrigens bei anderen christlichen Religionen ein vermisstes Hirtenamt ist; dieses wird nur noch
    in ländlichen Gemeinden von Pfarrern ausgeübt) sehr höflich sind und fragen, ob Sie sich für die Bibelworte
    interessieren. Wenn Sie dies ablehnen, kann ich mir nicht vorstellen dass Sie bedrängt werden.
    Bedrängt werden sie höchsten von Versicherungsvertretern, Staubsaugerverkäufern oder ähnlichen Handels-gewerbetreibern.
    Ich habe mich für die Lehren der Zeugen Jehovas interessiert und bin nach der staatlichen Anerkennung
    auf diese ernsten Bibelforscher zugegangen, weil es mich interessiert, welche Bibelübersetzungen und das Leben nach diesen Grundsätzen am Verständlichsten sind. Welche Auslegungen sind der Realität am Nächsten?
    Schwierig machen es einem die Zeugen Jehovas nicht: Die Tür steht offen, mehrere Männer schütteln mir die Hand und heißen mich willkommen, ein älterer Herr bietet sich gleich an, mich durch das Gebäude zu führen und mir die Organisation zu erklären. Keine Spur von Geheimniskrämerei oder sektenmäßiger Abschottung. Auch meine Teilnahme an der Versammlung im Königreichssaal ist kein Problem.
    Dies stimmt. Aber nicht nur Männer, sondern auch Frauen und Kindern, einfach Alle, begrüßen Sie.
    Es gehört einfach zum normalen Umgang unter Menschen, welche Kultur haben. Dies vermisse ich übrigens sehr in Wien und auch anderen Städten. Wenn man freundlich grüßt, wird der Gruß selten erwidert.
    Es gibt bei den Zeugen Jehovas keine Geheimniskrämerei oder sektenmäßige Abschottung. Allein schon deshalb, weil Alle von der Wahrheit überzeugt sind. Einzelne Ausnahmen von sturen Menschen gibt es genauso,
    wie in anderen menschlichen Gesellschaften auch, siehe Politik usw.
    Im Saal selbst erwartet mich kein Gottesdienst oder eine sonstige rituelle Handlung, sondern ein Vortrag zum Thema Demut vor einer Ansammlung von Strebern: Sobald der Vortragende eine Frage stellt oder zum Vorlesen einer Bibelstelle auffordert, schnellen die Hände in die Höhe. Dafür werden die Freiwilligen anschließend vom Versammlungsleiter mit verbalen Streicheleinheiten belohnt, besonders dann, wenn sie wiederholen, was der Vortragende gerade vorgelesen hat.
    Bei den Versammlungen, welche ich zu verschiedensten Zeiten (Monate und Jahre lagen dazwischen) miterleben durfte, habe ich keine Ansammlung von Strebern angetroffen. Vielmehr hatte ich den Eindruck, in einer friedlichen Christengemeinschaft zu sein, welche wie in jeder anderen Schule auch, verhalten haben. Hier war allerdings die
    Thematik „Bibelstudium“. Hochinteressante logische Vorträge habe ich bei den Zeugen Jehovas hören können.
    Es sind meistens nicht die Mitglieder der Versammlungsverantwortlichen, sondern Mitglieder aus der Gemein-schaft, welche sich mit einem bestimmten Thema näher befasst haben. Verbale Streicheleinheiten (dieser Ausdruck ist ohnehin fehl am Platze) habe ich noch nie mitbekommen. Aus den Reihen der Versammlungsgäste
    wurde nichts nachgeplappert, sondern eigene Meinungen (auch von nicht getauften Zeugen Jehovas) sind durchaus erwünscht. Ich konnte schon oft durch Fragen, neue Erkenntnisse erhalten.
    Auffällig ist, dass die Zeugen Jehovas in ihrer Argumentation völlig an der Bibel (und ihrer Neue-Welt-Übersetzung davon) hängen: Ob es um den richtigen Lebensweg, die Ablehnung von Bluttransfusionen oder um die Ausgrenzung von ehemaligen Mitgliedern geht – immer haben sie die passenden Bibelverse parat. Die Textstellen werden dabei wörtlich interpretiert, eine historisch-kritische Lesart der Bibel existiert nicht, für sie ist das Buch „von Gott inspiriert und deshalb genau und zuverlässig“.
    Dazu empfehle ich Ihnen, falls es Sie wirklich interessiert, verschiedene Bibelübersetzungen, die Wachtturm-Ausgaben der Zeugen Jehovas, freie wissenschaftlich untermauerte Bücher der Medizin zu studieren und Ärzte zu befragen (Infektionsgefahr in Spitälern war öfters der Titel in verschiedenen österreichischen Zeitungen.
    Auch ist ein objektiver Theologie Unterricht anzuraten.
    Wenn Sie sich für die Geschichte interessieren und aufmerksam die allgemeinen nationalen und internationalen
    Zeitungen lesen, dann werden Ihre Fragen mit Sicherheit beantwortet.
    Bei den Zeugen Jehovas in Wien können Sie sicherlich kompetenten Rat bei Herrn Roland Solderer
    (http://www.jehovas-zeugen.at ) einholen. Für ehrliche und echt interessierte Menschen hat er sicherlich entsprechend Zeit.
    Das gilt auch für den Glauben, in den „letzten Tagen“ vor dem Weltuntergang zu leben: Seit 1914 hat Jesus im Himmel seine Herrschaft angetreten und die gefallenen Engel zwischenzeitlich auf die Erde verbannt. Naturkatastrophen, Kriege, Krankheiten und Hungersnöte (die Vier Apokalyptischen Reiter) werden als Zeichen des nahen „Abschlusses des Systems der Dinge“ gesehen – als hätte es in der Menschheitsgeschichte vor 1914 keine Unglücksfälle und Konflikte gegeben. Alle Menschen (außer die Zeugen Jehovas natürlich) werden als „eigenliebig, brutal und ohne Selbstberherrschung“ dargestellt.
    Wo bitte steht etwas von einem Weltuntergang? Soll Ihre Welt vielleicht im Universum 100 Meter nach unter sinken oder nach einer anderen Richtung…? grins, grins.
    Vielmehr ist in der Bibel oft die Rede von „dem Frieden auf der Erde“, einer Sehnsucht von den meisten Menschen. Über die vielen negativen und vermehrt schrecklichen Ereignisse wird jeden Tag in den Medien Bericht erstattet und sehr viele Menschen erleben die brutalen Geschehnisse hautnah mit.

    Mir ist nichts davon bekannt, dass die Zeugen Jehovas jemals den ewigen Frieden für sich alleine gepachtet haben.
    Jeder Mensch kann in den Genuss des ewigen Friedens auf der Erde kommen, er muss sich nur an die
    Grundregeln halten. Damit meine ich, dass es Regeln gibt für Menschen in der Gemeinschaft.
    Hierzu gehört: Anstand, Sitte, Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, Barmherzigkeit, Nächstenliebe, Geduld und viele
    andere positive Eigenschaften bzw. Tugenden, welche ein sinnvolles Leben möglich machen.
    Ich finde es auch normal und sinnvoll, Vorurteile abzubauen und Pauschalisierungen zu unterlassen.
    Jeder Mensch ist in seiner Persönlichkeit zu achten und ernst zu nehmen.
    Mir gruselt, wenn ich an die Welt denke, wie sie die Zeugen Jehovas sehen – als einen dunklen, sündhaften und dem Untergang geweihten Ort. Dies ist eine bösartige erlogene Unterstellung und Verleumdung. Genau das Gegenteil ist Fall, die Zeugen Jehovas freuen sich darauf, wenn sie mit gemeinsam mit vielen Menschen durch
    korrekten Lebenswandel die Aussicht darauf haben, für immer in Frieden auf Erden leben zu können.
    Diejenigen Zeugen Jehovas, welche ich kenne, sind frohe optimistische Menschen und keine Pessimisten.
    Ich habe diese Mitmenschen immer als sehr zuverlässig und hilfsbereit wahrgenommen. Sie stehen genauso im Arbeitsleben wie andere Mitbürger auch. Sie nutzen jedoch zum größten Teil ihre Freizeit sinnvoll.
    Man kann sich durchaus ein großes Beispiel an Ihnen nehmen.

    Nach fast zwei Stunden ist der Vortrag zu Ende, ich bekomme eine Broschüre („Was lehrt die Bibel wirklich?“) und eine Handynummer in die Hand gedrückt, die ich wählen kann, wenn ich ein persönliches Gespräch wünsche. Ich bedanke und verabschiede mich, trete in die wärmende Abendsonne am Donaukanal, die Welt lächelt mich an. Ich zwinkere der Sonne zu, pfeife ein Lied und schlendere gemütlich nach Hause. Meine Welt gefällt mir besser.
    Ich finde es gut, dass Sie jetzt im Besitz der Broschüre „Was lehrt die Bibel wirklich?“ sind. Wenn Sie diese
    Broschüre dann mit Verstand gelesen haben, werden Sie vielleicht noch besser der Sonne zuzwinkern können, noch lieber ein Lied pfeifen können und die Welt wird Ihnen noch besser gefallen, als bisher.
    Dies wünsche ich Ihnen, als neutraler Mensch, von Herzen.

    Mit freundlichen Grüssen
    Hermann Düppenbecker

    • B.Licht schreibt:

      Sehr geehrter Herr Düppenbecker,

      leider ist die Formatierung Ihres Kommentars aus mir unbekannten Gründen verloren gegangen. Einige Gedanken zu Ihren Anmerkungen:
      – Ihre wörtliche Interpretation von Begriffen wie „Klingelattacke“ und „Weltuntergang“ erheitert mich, ich hoffe, dass die anderen Leser die Worte in meinem Sinn begreifen. Denn ob ich nun „Tag des Jüngsten Gerichts“, „Abschluss des Systems der Dinge“ oder „Weltuntergang“ sage: Gemeint ist eine Zäsur in der Weltgeschichte, bis zu der man sein Leben läutern soll, und zwar nach den Maßstäben der jeweiligen Religion (Weltuntergangsszenarien sind ja keine exklusive Sache der Zeugen Jehovas).
      – Natürlich wünsche ich mir wie jeder vernünftige Mensch Nächstenliebe, Friedsamkeit, Barmherzigkeit und Hoffnung (Ihre Worte) auf der Erde, allerdings brauche ich dafür nicht auf ein irdisches Paradies warten, sondern finde sie bereits jetzt auf Schritt und Tritt. Dazu kommen noch viele andere Bereicherungen, die diese jetzige Welt lebenswert machen, wie Spaß, Genuss, Abenteuer.
      – Ich habe die Broschüre „Was die Bibel wirklich lehrt“ mit Verstand gelesen, wie Sie das formulieren, und habe darin einige gute Gedanken entdeckt, bin aber letztlich zu dem Schluss gekommen, dass für mich ein Buch, das vorderasiatische Männer vor 1800 bis 3000 Jahren geschrieben haben, keine Autorität darstellt, an der ich mein Leben ausrichten will. Mein Wertesystem kommt ohne überirdische Instanz aus, und meine Welt gefällt mir ganz gut, so wie sie ist.

      Mit freundlichen Grüßen,

      B.Licht

  4. Thorsten Nupnau schreibt:

    Die Art des Komentierens ist typisch für die Welt, wird ein Bibeltext vorgelesen, das die Welt eigenliebig, Brutal und ohne Selbstbeherrschung ist wird dies auf alle Nicht Zeugen Jehovas angewandt.
    Ich kenne in der Welt auch als Zeuge Jehovas durchaus viele Menschen mit Charakter die Selbstlos sind und ihr Leben für andere einsetzen und auch mit moralischer Verantwortung.
    Auch habe viel Sympathien für andere Menschen die nicht meinen Glauben teilen.
    Was die Kommentare im Königrreichssaal betrifft, schüttel ich mir auch nicht ständig gute Kommentare aus den Ärmel, auch ich muss überlegen und bin froh wenn man es mir nicht krumm nimmt das ein Kommentar nicht so gut ist.
    Das wir Zeugen Jehovas glauben das nur wir überleben werden, (mit wenigen Ausnahmen auch andere) liegt nicht daran das nicht alle Menschen grundsätzlich schlecht sind.
    Auch vor der Sintflut waren nicht alle Menschen grundsätzlich schlecht.
    Aber was hat Noah gemacht, er baute eine Arche 50 Jahre lang sichtbar für andere, die Menschen waren auch damals schon Neugierig und fragten Noah bestimmt auch hat er die Menschen hingewiesen sie können nur auf der Arche überleben.
    Sie liessen ihn die Arche alleine bauen, verlachten sogar noch seine Familie als Spinner, und haben sich überhaupt nicht darum gekümmert, gingen ihren Alltäglichkeiten nach.
    In der Bibel steht: sie assen, tranken, heirateten und wurden verheiratet und sie nahmen keine Kenntnis bis die Sintflut kam und sie alle wegraffte.
    Weder Gott noch Noah kann man hier einen Vorwurf machen.
    Hätte Gott mit jeden persöhnlich sprechen sollen, ich bin der Überzeugung das hätte wenig geändert, denn die Menschen sind viel zu sehr vom Urteil ihrer Mitmenschen abhängig.
    Man macht sich ständig gedanken, was könnte meine besten Freunde davon halten, wenn ich jetzt auf Noah oder heute auf Jehovas Zeugen zugehe.
    Zugegeben Jehova macht es den Menschen nicht unbedingt einfach, aber wer ausgeglichen ist der kennt keine Ängste mehr,
    wer ausgeglichen ist hat auch nicht das Bedürfnis mehr zu sündigen.
    Nur wer aufhört regelmässig zu studieren, zu beten und die Zusammenkünfte zu besuchen wird Nachlässig und unausgeglichen und könnte langsam in eine Glaubenskrise geraten.
    In der Bibel steht: Wandelt beständig durch den Geist und ihr werdet die Begierde des Fleisches überhaupt nicht vollbringen und diese Erfahrung mache ich täglich.
    Die Erkenntnis ist fortschreitend bis es voller Tag ist.
    Meine Positive Einstellung färbt leider nicht bei anderen Menschen ab, weil der Mensch offensichtlich die Neigung hat meine Worte zu kommentieren gemäss seinen eigenen Erfahrungen im Leben.

  5. Thorsten Nupnau schreibt:

    Ich wollte hier noch einmal auf das Buch Hiob eingehen, wo Hiob schwer geprüft wird.
    Die Kirchen stellen dies einfach als eine Wette Satans gegen Gott hin, das er es schaffen würde Hiob von seiner Frömmigkeit abzubringen.
    Dies stimmt nicht und das wäre auch sehr Gefühllos von Gott auf solch eine Wette einzugehen.
    Laut der ersten Prophezeihung 1. Mose 3:15 besteht Feindschaft zwischen Satan und Jehova.
    Die Feindschaft besteht auch zwischen den Menschen die Jehova dienen und die Satan dienen.
    Satan hatte Jehova herausgefordert er wäre besser in der Lage die Menschen zu führen.
    Jehova hätte dieses nicht annehmen müssen, weil er wusste das die Menschen scheitern würden.
    Er tat es aber damit die Menschen die Folgen Rebellion erkennen würden.
    Die Diener Jehovas und die Diener Satans unterscheiden sich äusserlich nicht unbedingt, denn auch Satan
    nimmt auch immer wieder die Erscheinung eines Engels des Lichts an.
    Sowohl Jehova als auch Satan versprechen seinen treuen Dienern ewiges Leben oder Unsterblichkeit.
    Weil Hiob Jehova gedient hatte und nicht Satan, stand er unter Jehovas Schutz und das störte Satan.
    Laut Hiob 1:6-11 hatte Satan eine Unterredung mit Jehova.
    Satan behauptete Hiob fürchtet Jehova nicht umsonst, sondern weil er dadurch unter seinen Schutz steht,
    und er mit Reichtum gesegnet wird.
    Es musste die Frage geklärt werden, ansonsten hätte es heissen können, Jehova begünstigt seine Diener unrechtmässig.
    Jehova erlaubte Satan Hiobs ganzen Besitz wegzunehmen, nur sein Leben durfte er nicht anrühren.
    Als Satan gescheitert war, kam er wieder zu einer zweiten Unterredung, Hiob 2:4-6 und behauptete Hiob würde scheitern wenn
    er persöhnlich angegriffen werde, so schlug er ihn mit einer Krankheit.
    Und drei falsche Tröster redeten Hiob auch noch ein Jehova hätte Hiob bestraft für irgendetwas Böses was er getan haben muss.
    Durch diese Prüfung kam zwar eine Schwäche zum Vorschein, Hiob reagierte zwar Selbstgerecht, er brachte aber nichts schlechtes auf Jehova.
    Die Erklärung der Kirchen alle guten Menschen kommen in den Himmel und alle Bösen in die Hölle, ist nicht nur zu einfach, hat auch nichts mit Liebevoll zu tun.
    Ein Liebevoller Vater möchte seine Kinder vor Schaden schützen, es ist aber nicht möglich weil sich der Sohn seinen Feind angeschlossen hat. Er ist bereit geduldig zu warten, bis der Sohn erkennt das er falschen Umgang hat.
    Er kann nur die Kinder schützen die bei ihm geblieben sind und wenn es keinen Zweck mehr hat geduldig zu warten, weil der Sohn weiterhin uneinsichtig ist und sogar ihn und seine Familie angreifen, dann muss er handeln.

  6. Thorsten Nupnau schreibt:

    1. Möglichkeit: Wenn ich mich für Greenpeace einsetze, ist es so als würde ich mit blossen Händen gegen ein Sturm kämpfen.
    2. Möglichkeit: Erklären sie mal den Menschen das Gott nicht will das die Erde zerstört wird, bekommen sie 2 Antworten.
    1. Antwort: Gott tut ja nichts um seine Erde zu retten.
    2. Antwort: In der Bibel steht Himmel und Erde werden vergehen.
    Machen sie das 2 Wochen lang, dann geben sie es auf mit den Menschen zu diskutieren.
    Deshalb bleibt mir nichts anderes übrig als an Hamargedon zu glauben, wen es am Ende trifft, das überlasse ich Jehova allein.

    • B.Licht schreibt:

      Sehr geehrter Herr Nupnau,

      ich habe Ihre Kommentare aufmerksam gelesen – Ihren Glauben in Ehren, aber dies ist nicht das Forum, um zu predigen, sondern um auf die Artikel einzugehen und mit den anderen Usern über das Thema zu diskutieren!

      Mit freundlichen Grüßen,

      B.Licht

      • Thorsten Nupnau schreibt:

        Sehr geehrter B. Licht. Ich danke ihnen das sie sich aufmerksam meine Komentare durchgelesen haben , ohne meine
        Argumente zu verdrehen oder mich als Heuchler hinzustellen, weil die Wachtturm Gesellschaft angeblich dazu auf-
        fordert alle Menschen als schlechte Menschen zu sehen.
        Ich weiss nicht wie ich auf ihren Artikel eingehen soll ohne gleichzeitig zu predigen.
        Ich selbst habe 20 Jahre gebraucht um einige Punkte zu verstehen.
        Als ich vor 20 Jahren die Wahrheit kennengelernt hatte, war ich überzeugt das mich die Priester von der Neu-
        apostolischen Kirche vorsätzlich angelogen hatten.
        Heute weiss ich die sind selbst von ihrer Sache überzeugt, die haben halt nie etwas anderes gelernt und ihr Glaube
        wurde von Generation zu Generation einfach mündlich weitergegeben.
        Das ist halt das Licht was nach und nach heller wird.
        Und ich erlebe sehr häufig, das Grünschnäbel die kaum etwas von meinen Glauben oder Bibel wissen, meinen sie
        wüssten mehr über meinen Glauben als ich.
        Deshalb habe ich hier versucht ihren Gedanken, das alle Menschen ausser Zeugen Jehovas schlecht sind zu
        korrigieren, weil ich täglich die Erfahrung mache, solange ich selbst Biblische Grundsätze anwende im Alltag ich
        überhaupt keine Probleme mit den Menschen habe.

  7. light schreibt:

    Gott ist doch nur der Nikolaus für Erwachsene

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