Earth Hour – Die im Dunkeln sieht man

Licht Aus

Kommando „Licht aus“: Am kommenden Samstag sollen alle, die etwas für den Klimaschutz tun wollen, zwischen 20.30 und 21.30 Uhr das Licht abdrehen. Auf der österreichischen Homepage der „Earth Hour“ haben mehr als 6000 Leute (Stand: 22.3.) angekündigt, bei der Aktion mitzumachen, darunter viele B- und C-Promis von Thomas Schäfer-Elmayer über Gitta Saxx bis Darth Vader. Der Effekt der Aktion ist gelinde gesagt umstritten.

Denn mit dem kollektiven „Licht aus“ werden nur zwei Prozent des Energieverbrauchs eingespart. Würde man eine normale Glühbirne durch eine Energiesparlampe ersetzen, könnte 600 Mal mehr Energie pro Jahr eingespart werden als mit einer Stunde Abschalten, rechnet Prof. Heinz Oberhummer von den Science Busters vor. Kerzen, die in der „Earth Hour“ angezündet werden, sind meist aus Paraffin, das aus Erdöl erzeugt wird, was je nach normaler Energiequelle sogar einen Anstieg des CO2-Ausstoßes bedeuten kann. Und außerdem vermittelt die Kampagne das Gefühl, dass mit einem Griff zum Lichtschalter genug gegen den Klimawandel getan ist – so wie auch viele Facebook-Nutzer glauben, mit dem Beitritt zu einer Gruppe a la „Ziegelstein vs. Strache“ ein politisches Statement abgegeben zu haben.

Was bleibt, ist ein rein symbolischer Akt – ein Akt, der immerhin den nach Außergewöhnlichem lechzenden Boulevard dazu bringt, zumindest einmal im Jahr über komplexe Themen wie CO2 und Klimawandel zu berichten – frei nach Bert Brecht: „Die im Dunkeln sieht man.“ Mein Licht wird während der Earth Hour jedenfalls weiter strahlen – es gibt sinnvollere Arten, etwas für die Umwelt zu tun.

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Eine Antwort zu Earth Hour – Die im Dunkeln sieht man

  1. john Smith schreibt:

    Das kollektive Licht-aus-machen kostet übrigens eine Menge zusätzlicher Energie. Zum ausgleich des kurzfristigen Lasttales und der folgenden Lastspitze müssen zusätzliche Kraftwerke aktiviert werden, die im Unterschied zu den anderen schnell auf diese Lastschwankungen reagieren können.

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