Mein jüdisches Grätzel

Steine der Erinnerung

Steine der Erinnerung

Im Gymnasium ums Eck war ein Sammellager für Juden, die ins KZ deportiert werden sollten. Messingfarbene Plaketen im Pflaster des Innenhofes sollen daran erinnern, dass hier für viele Menschen die (vor-)letzte Reise begonnen hat – die Betonung liegt auf „sollen“, weil der Hausmeister angeblich dazu neigt, den Fahrradständer über den „Steinen der Erinnerung“ zu platzieren.

Der Blick auf die Schule hat sich leicht verschoben nach der Wanderung auf dem „Weg der Erinnerung“. Das Grätzel im Bezirk Leopoldstadt erzählt mehr Geschichten, von Menschen, die früher hier gewohnt haben, von Synagogen, die in der Reichspogromnacht abgefackelt wurden, von Cafés und Theatern, die verschwunden sind. Aber auch von verborgenen Tora-Schulen, unsichtbaren Synagogen und jüdischen Kulturvereinen, die es nun wieder gibt.

Vor fünf Jahren sind am Volkertmarkt die ersten Messingplatten mit den Namen von verschleppten Juden in den Boden eingelassen worden, heute gibt es bereits 105 Stationen mit Hinweisen auf die jüdische Vergangenheit – Tendenz steigend, wie Elisabeth Ben David-Hindler, die Frau hinter den „Steinen der Erinnerung“, erzählt. Immer mehr Menschen wollen vom Verein wissen, ob auch in ihrem Haus Deportationen stattfanden, und entsprechende Hinweistafeln anbringen. Das frühere jüdische Grätzel in der Leopoldstadt wird wieder sichtbar – trotz all der Bemühungen der Nazis, jegliche Spur zu tilgen.

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