Der Vater als Feind

Vaterspiel

Vaterspiel

Freud hätt seine … – nein, das Wortspiel ist mir jetzt zu blöd. Jedenfalls sind derzeit zwei österreichische Filme im Kino, in denen die Protagonisten mit übermächtigen Vätern hadern: „Das Vaterspiel“ von Michael Glawogger und „Das weiße Band“ von Michael Haneke. Was Freud noch viel mehr als der Vaterkomplex der Protagonisten freuen dürfte, ist die Art, wie sie damit umgehen: Sie entladen ihr Gewaltpotenzial in scheinbar sinnlosen Exzessen.

Im „Vaterspiel programmiert Hauptfigur Ratz – ein passiver und farbloser Charakter – ein „Vatervernichtungsspiel“ auf seinem Computer, weil er es im wahren Leben nie schafft, sich gegen seinen selbstgerechten und autoritären Vater zu erheben. Als er es im Internet verbreitet, erkennt er, dass er mit seinem Hass nicht allein ist – und dass er in seiner Abhängigkeit von Autoritäten gefangen bleibt.

Das Weiße Band

Das Weiße Band

Autorität ist auch das zentrale Thema in „Das weiße Band“: An der moralischen Dorfdreifaltigkeit aus Priester, Arzt und Baron hört man die Kinderseelen zerbrechen – beklemmende Bilder mit Fröstelfaktor.

Schwere Empfehlung für beide Streifen – und unbedingt Gesprächspartner ins Kino mitnehmen, hilft erheblich bei der Verdauung des Gesehenen.

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